Problem der Digitalisierung zum Semesterstart 2020

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Für viele Studenten beginnt in diesen Tagen das Sommersemester 2020. Aber anstelle über den Campus zu flanieren, sich in der Bibliothek zu treffen oder gemeinsame Vorlesungen zu besuchen, bleiben die Studenten zu Hause. Das Sommersemester findet in diesem Jahr ausschließlich digital statt und stellt Lehrende als auch Studenten damit vor Herausforderungen.

Nischenprojekt Digitalisierung

Dabei bietet die derzeitige Situation die Möglichkeit, dass das Nischenprojekt Digitalisierung an deutschen Bildungseinrichtungen einen Sprung nach vorn machen kann. Auch Datenschützer, wie Frau Hansen (Landesbeaufragte für Datenschutz Schleswig-Holstein), erwarten einen Schub der Digitalisierung. Digitales Lernen eröffnet den Weg, unabhängig von örtlicher Bindung und zeitlichen Zwängen lernen zu können.

Lebenswirklichkeit digitale Lehre

Aber wie sieht die Wirklichkeit der Studierenden während der Pandemie aus? Welche digitalen Formate werden angeboten und sind die technischen Voraussetzungen bei Studenten und Lehrenden überhaupt gegeben?

Einige wenige Universitäten in Deutschland haben schon vor der Corona-Krise digitale Inhalte in den Studienalltag integriert. So bietet z. B. die Provadis-Hochschule in Frankfurt-Höchst seit 2009 eine Form des Studierens an, das E-Learning-Inhalte als festen Bestandteil im Studienalltag integriert. Häufig sind jedoch die digitalen Lehrräume an der Mehrheit der deutschen Universitäten nur ein unverbindliches, ergänzendes Angebot. Diese Formate unterstützen vor allem den asynchronen Bedarf und ersetzen keinesfalls Präsenz- und Interaktionsaspekte, die nur durch synchrone Medien bedient werden können.

Dabei greifen die Hochschullehrer nunmehr in ihrer Not auf Videoaufzeichnungen von Vorlesungen zurück, die wenig Raum für Interaktion lassen und nur klassischen Frontalunterricht bieten. Synchroner Austausch und gemeinsames Lernen – Fehlanzeige. Deutlich wird die Hilflosigkeit, wenn die Hochschulen für kleinere Veranstaltungen oder Seminare direkt auf Dienste wie Zoom zurückgreifen, wohlwissend um die datenschutzrechtlichen Schwächen. Die richtige Auswahl von Konferenz-Tools ist unter Datenschutzgesichtspunkten zugegeben eher schwierig.

Selbstverständlich kann in wenigen Wochen auch nicht nachgeholt werden, was über Jahre stiefmütterlich behandelt wurde. Überdeutlich wird das schon beim Digitalpakt, dessen Mittel noch nicht mal von allen Bundesländern geschweige denn der Höhe nach in Anspruch genommen wurden.

Ergänzungen im E-Learning

Eine zusätzliche Alternative könnten kurze, prägnante Lernvideos sein, die den Lehrbetrieb erweitern. Neben Anbietern wie StudySmarter, der neben Schulkindern auch Studenten im Fokus hat, finden sich auch andere Anbieter wie Studyflix. Beide Plattformen bieten im Gegensatz zum Video-Clip-Riesen YouTube datenschutzsichere Lösungen Made in Germany. Das Wissen wird durch animierte Videos vermittelt. Dies ermöglicht digitale Interaktion, welche starre Vorlesungsformate vermissen lassen. Zu bedenken ist bei beiden beispielhaft genannten Anbietern, dass zur internen Analyse Werkzeuge wie Google Analytics eingesetzt werden, die zu einem Datentransfer in die USA führen und somit immer noch mit Vorsicht zu genießen sind.

Obwohl die momentanen, herausfordernden Zeiten auch die Möglichkeit für Universitäten geben digital zu wachsen, sollten Hochschullehrer nicht zu IT- oder Softwareexperten mutieren müssen. Viel wichtiger ist es, dass die Pädagogen im Auge behalten, dass sie individuelle Lernprozesse trotz physischer Abwesenheit moderieren, auf unterschiedlichen „Kanälen“ lehren und Rückmeldungen geben.

Zukunft der Lehre

Wichtig ist es, daran zu denken, dass es eine Zeit nach Corona geben wird. Wenn sich daher Lehrende und Studenten zwangsweise in E-Learning-Situationen wiederfinden (zumindest für das laufende Semester), empfiehlt es sich, jetzt Erfahrungen zu sammeln und im Nachgang zu evaluieren, welche Angebote dauerhaft nutzbar gemacht werden sollten, um auch weiterhin ein fester Bestandteil der Lehre bleiben. Es ist der perfekte Zeitpunkt um sich zu fragen: Wie wollen wir lehren und lernen? Und die Antwort sollte zumindest lauten: auch digital!

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