Der Kunde, das unbekannte Wesen – das soll sich, geht es nach Facebook, zukünftig ändern. Das Unternehmen plant die Einführung eines neuen Tools zur Zielgruppenanalyse. „Facebook Pylon“ soll es heißen und Unternehmen helfen, ihr Marketing besser auf die Kundeninteressen abzustimmen.
Der Inhalt im Überblick
Attraktiver Datenpool
Rund 1,39 Milliarden Menschen nutzen Facebook derzeit weltweit; sie alle kommunizieren mehr oder weniger aktiv über Produkte, die sie nutzen, und Dienstleistungen, die sie in Anspruch nehmen. Aus dieser Kommunikation lässt sich ein umfangreicher Datenpool erzeugen, der die Augen von Marketingmanagern glänzen lässt.
Auswertung von Themendaten
Ausgewertet werden mit „Facebook Pylon“ die in Kommentaren und öffentlichen Posts hinterlegten Daten der Facebook-Nutzer. Diese „Topic Data“ ermöglicht es Unternehmen zu erfahren, was über ihre Produkte gesprochen wird und wie diese Produkte bei den Nutzern ankommen. Marketingabteilungen sollen auf Grundlage der ausgewerteten Themendaten in der Lage sein, ihre Marketingmaßnahmen genauer auszurichten und besser zu platzieren.
Dabei stellt Facebook lediglich die Daten seiner Nutzer zur Verfügung, die eigentliche Auswertung erfolgt durch die hauptsächlich in den USA ansässige Firma DataSift. Das auf die Datenanalyse spezialisierte Unternehmen gewinnt „Human Data“ aus sozialen Netzwerken, Blogs und Newsgroups. In seinen Datenschutzrichtlinien verweist das Unternehmen explizit auf seinen transparenten und ethisch korrekten Umgang mit den ihm anvertrauten Daten.
Keine Einbeziehung von privaten Daten
Die Datenanalyse soll auf Grundlage anonymisierter Daten erfolgen. Private Daten der Nutzer will Facebook nach eigener Angabe überhaupt nicht in die Analyse einbeziehen. Privatnachrichten und von den Nutzern ausdrücklich als privat kennzeichnete Inhalte werden demnach nicht ausgewertet.
Kunde wird gläserner
Die Entwicklung von „Facebook Pylon“ zeigt einmal mehr, in welche Richtung sich das soziale Netzwerk entwickelt: Geld kostet die Mitgliedschaft den Nutzer zwar auch weiterhin nicht, er wird seine Mitgliedschaft jedoch zukünftig noch in verstärkterem Maße mit seinen Daten bezahlen. Nutzern, die das nicht wollen, bleibt nur, ihr Verhalten an die neuen Verhältnisse anzupassen und beim Umgang mit dem sozialen Netzwerk noch umsichtiger zu sein.